Soziale Spaltung schafft Arbeit

Wohlergehen von »Sozialarbeiter*INNEN« Herzensanliegen der Linken

Beim Forum der Landratkandidaten in den Räumen des Quartiersmanagement Schönwalde II (Do, 24.5.18) wurde deutlich, was Grüne, SPD und andere Linksparteien unter Sozialpolitik verstehen: Das Wohlergehen der Sozialarbeiter. Denn davon war in praktisch jedem Satz die Rede, den die Kandidat*en*+’NNEN*+’# von Grünen und SPD äußerten. Es müsste endlich eine »nachhaltige« Finanzierung geben statt befristeter Verträge und Finanzierung aus dem EU-Sozialfond. Die Sorge ist berechtigt. Denn der BREXIT wird dazu führen, dass ein angeblich so reiches Land wie Deutschland aus dem EU-Sozialfond absehbar nix mehr kriegen wird. In Worten: null Euronen. Klar, dass man es jetzt auf die Plünderung der Landes- und Kreiskasse abgesehen hat, damit die Menschenrechtsverletzung befristeter Verträge für die Hochleistungsträger aus der Sozialbranche endlich menschenwürdigen Vertragbedingungen weicht.

Zur Lage der Menschen vor Ort waren nicht mal die grundlegendsten Zahlen bekannt. Wer hat hier welche Arbeit? Bei welcher Firma? Welche Arbeitsplätze bräuchte es? Eine Sozialarbeiterin half aus: 24 % Leistungsempfänger.

Seit vierzig Jahren versuchen »Sozialarbeiter«, die Lebensverhältnisse in sozialen Brennpunkten zu verbessern. Das Ergebnis dieser Bemühungen: mehr Obdachlose, mehr Drogenkranke, mehr Abstieg. Die Zeitungen überschlagen sich dieser Tage mit Berichten über die soziale Spaltung in Deutschland. Die Einkommens- und Vermögensverhältnisse driften immer weiter auseinander. Kein Wunder, denn die Lobby-Parteien der Sozialmafia holen mit untegrierbaren Ausländern ja auch stets neues Arbeitsmaterial für ihre Experten*+#InnEN* ins Land. Menschen als Arbeitsgegenstände, deren Probleme nie gelöst werden dürfen, weil ja sonst die schönen Arbeitsplätze für eigentlich arbeitslose Sozialarbeiter wegfallen würden.

Kaum verwunderlich war es daher, dass die Lobbyisten dieser Branche keinerlei Erfolge darlegen konnten. Die logische Konsequenz der totalen Erfolglosigkeit ihrer »Tätigkeit« wäre es also, »Sozialarbeit« abzuschaffen. Aber selbstverständlich sehen das die Branchenvertreter genau andersherum: je erfolgloser, desto mehr Sozialarbeiter müssten eingestellt werden. Eine komplett irre Logik! Wer im Forschungslabor von Bayer kein neues Krebsmittel zusammenbraut, sondern Müll, der wird entlassen

Zweimal ging es ein bisschen um die Menschen vor Ort: als ein parteiloser Kandidat »Bürgerarbeit« vorschlug: also Bewachen des Löwenszahns auf der örtlichen Rasenfläche. In Kuba werden so ja auch Hydranten bewacht. Ich denke, die Menschen vor Ort könnten sich auch selber verarschen

Meine Frage, ob im Quartier eine nennenswerte Zahl von Menschen bei der Hanseyacht-Werft arbeitet, konnte nicht beantwortet werden. Deren Konkurrent, die Firma Bavaria Yachts im fränkischen Giebelstadt, ist mal wieder insolvent. Hoffentlich findet sich auch kein weiterre Investor, der dem schlechten Geld gutes hinterherwerfen will (»Sunk cost fallacy« wird das neudeutsch genannt). Das wäre gut für Hanseyacht. Eine Katastrophe wäre es aber, würde die Branche insgesamt in eine Rezession kommen und auch Hanseyachts in Schwierigkeiten geraten. Was »Sozialarbeit« dann noch zuwege bringen könnte, das konnte niemand sagen. Dabei ist die Antwort aus Erfahrung eigentlich klar: nix.

Wir in Vorpommern machen unser Ding!

Gesundheit, Tourismus, Landwirtschaft, Bundeswehr, Handwerk und Klein-Industrie – das sind wir, auch wenn’s nicht immer super-spannend ist!

Fühlen Sie sich eigentlich von der Kommunalpolitik authentisch vertreten? Wohl kaum! Die Politik in Vorpommern muss sich wieder an denen orientieren, die das wahre Vorpommern sind. Völlig abgehoben davon dreht sich in der Politik alles um »Projekte«, die von einer überdimensionierten Bürokratie verwaltet werden. Kümmerer-Branchen leben von Problemen, die sie niemals lösen werden, weil sie sonst arbeitslos würden. Der Bund leitet die Steuermilliarden überwiegend in die Metropolen. Fürs platte Land bleiben nur Krümel übrig – außer es geht um das Wohl von »Neubürgern« und denen, die sich um diese kümmern. Um den Irrsinn komplett zu machen, werden die Bürger von einem Staatssekretär gekauft, der auch für Luxus-Vereine Geldgeschenke parat hat. Machen Sie Schluss mit dem Für-Dumm-Verkaufen durch die etablierten Parteien! Vorpommern-Greifswald muss jetzt für seine Bürger stark gemacht werden!

SPD über eigene Kandidatin zerstritten

SPD-Politiker Raulin unterstützt offen CDU-Kandidat Michael Sack

SPD-»Urgestein« Norbert Raulin, ehedem SPD-Bürgermeister, jetzt Geschäftsführer der Ueckermünder Wohnungsbaugesellschaft, ließ sich mit CDU-Kandidat Michael Sack für Wahlkampfzwecke ablichten. Damit hat er klargemacht, was hinter vorgehaltener Hand längst bekannt war: die Sozialdemokraten sind tief zerstritten. Die bürgerlichen Sozis wollten von vornherein Sack unterstützen, die Kultur-Marxisten unbedingt eine eigene Kandidatin ins Rennen schicken.

Frau Wölk hat sich auf den Kandidaten-Foren, die von den beiden führenden Tageszeitungen Ostsee-Zeitung und Nordkurier veranstaltet wurden, als reinrassige Vertreterin der »Lehrer-SPD« offenbart. Ihrer Auffassung nach ist es Sache der Politik, stets und in jedem Zusammenhang seitens der Politik auf die Zivilgesellschaft übergriffig zu werden und den Menschen ihr Denken und Fühlen vorzuschreiben.

Wenn sich schon das »Sein« nicht den marxistischen Theorien gefügt hat, so soll sich das »Bewusstsein« dann doch mittels beständiger Indoktrination endlich der Ideologie unterordnen. Damit werden die Interessen der kleinen Leute, für die die SPD einst gegründet wurde, nicht vertreten. Konservative Sozialdemokraten, zu denen offenbar auch Herr Raulin gehört, wissen das und führen in der Partei einen ideologischen Grabenkrieg, den die Kultur-Marxisten leider längst gewonnen haben. SPD-Wählen ist so sinnvoll wie Sonnenbaden gegen Hautkrebs.

Grundsteuerreform bringt
Ländliche Räume in Zwiespalt

Bundesverfassungsgericht erklärt Berechnung für verfassungswidrig

Die Berechnung der Grundsteuer nach Einheitswerten aus den Jahren 1935 bzw. 1964 ist verfassungswidrig. Ungleiches wird willkürlich gleich behandelt. Das bedeutet, dass die Höhe der Grundsteuer in Deutschland deutlich unterschiedlicher ausfallen muss. Die Metropolen geraten dadurch in die Situation, dass sie die dort von den hohen Mieten gequälten Wähler mit einer drastischen Erhöhung der Mietnebenkosten endgültig zur Verzweiflung bringen müssten. Wollte man das vermeiden, dann müsste die Grundsteuer im Ländlichen Raum drastisch gesenkt werden. Die Folge wäre die, dass die Erhebung der Steuer für die Flächen-Landkreise völlig sinnlos würde. Schon heute ist der Anteil der Kosten der Erhebung, für die es verschiedene Schätzungen gibt, am Steueraufkommen im Grunde absurd. Würde die Grundsteuer im Ländlichen Raum gesenkt, dann müsste sie abgeschafft werden, weil sie den Landkreis sonst absehbar mehr kostet, als sie einbringt. Die Abschaffung bzw. ein Quasi-Verzicht auf die Erhebung wäre aber wiederum verfassungsrechtlich bedenklich.
Aus Sicht der Flächen-Landkreise ist das Verfassungsgerichtsurteil also ein Danaer-Geschenk.

Zukunft mit den Etablierten ist düster!

Der Ausverkauf Deutschlands wird auch den Ländlichen Raum im Mark treffen

Wenn Syrer mit mehreren Frauen und sieben Kindern von der Flüchtlingsunterkunft direkt ins schicke neue Reihenhaus im Umland einer Metropole umzieht, wie fühlen Sie sich dann? Und was denken Sie, wie das weitergehen wird? Die ungebremste, illegale Migration wird bald nur noch in die Ländlichen Räume gehen können. Der Boom der westdeutschen Wirtschaft auf Basis des Euros wird ein Ende finden. Die Südländer werden aus dem Euro aussteigen und Deutschland mit billigen Währungen neue Konkurrenz machen. Das müssen sie, sonst gehen sie vor die Hunde. Verfolgen Sie mal die Entwicklung in Italien! Vorpommern hat vom Boom nur begrenzt profitiert. Kommt die Abwärtsspirale, dann wird sie sich hier besonders heftig drehen. Die Politiker der etablierten Parteien werden keine geeigneten Manager für diese Talfahrt sein – obwohl sie es verdient hätten, für die kapitalen Fehler geradestehen zu müssen.

Wirtschaftspolitiker verkaufen
Vorpommern völlig falsch

Irre: Vorpommerns Stärken sind aus Sicht der etablierten Parteien Nachteile

Die etablierten Parteien versuchen seit langem, Vorpommern als Wirtschaftsstandort anzupreisen. So richtig angebissen hat aber noch kein Großinvestor. Und auch kleinere Unternehmen kommen nicht scharenweise zu uns. Okay, wir sind eben kein traditioneller Industriestandort. Die Analysen ähneln sich und sind durchaus richtig. Aber welche Schlüsse werden gezogen? Zu allererst: Wir müssten weiter das offenbar Unmögliche versuchen. Und wenn’s nicht klappt, dann brauchen wir einen Schuldigen. Nicht wir Politiker sind dann schuld, sondern die Bürger. Denn die sind nicht »weltoffen« genug. Die Vorpommern wollen keine Gesellschaftsexperimente. Sie wollen nicht zum Paria im eigenen Land werden und auf der Warteliste für den Kita-Platz nach hinten rutschen, weil mit der Bevorzugung von Ausländern die Menschenrechte endlich verwirklicht werden sollen.

Wenn Vorpommern selbst nicht so überragend anziehend ist (auf Neudeutsch: die »Pull-Faktoren«), dann könnte es aber umgekehrt Gründe geben, warum Menschen woanders weggehen (auf Neuteutsch: die »Push-Faktoren«)! Und siehe da: Das passt! Denn die Gründe, warum Deutsche andere Teile Deutschlands inzwischen gut gerne verlassen, weil sie als Deutsche dort nicht mehr gut und gerne leben können, sind genau die Gründe, warum die Vorpommern ihr Motto gewählt haben: »Wohlfühlen ohne Experimente!« Was wir brauchen, das sind also ganz einfach Politiker, die Vorpommern so wollen, wie es ist, damit es anziehend für die wird, die hierherkommen wollen, um weiter gut und gerne in ihrem Vater-/Mutter-/Heimatland leben zu können.

Bürgerfreundliche Bürokratie – gibt’s das?

»Frauenfreundliche« Belästiger haben’s schwer –
warum haben’s »bürgerfreundliche« Bürokraten leicht?

Wie bin ich Landratskandidat der AfD geworden? Sie werden denken: durch Wahl auf dem Parteitag. Das ist natürlich richtig. Aber aus Sicht eines Bürokraten gilt natürlich: weil meine Kandidatur behördlich angemeldet wurde. Dazu musste ich unter anderem eine »Wählbarkeitsbescheinigung« beibringen. Also bin ich zum Meldeamt meines Wohnorts gefahren. Dort hat man von mir erwartet, dass ich das Formular, dessen Verwendung die Behörde will, mitgebracht hätte. Okay, nach 25 Minuten herumdaddeln auf der chaotischen Internetseite des Landkreises wurden zwei Beamtinnen im Gnadenwege doch fündig. Und der Drucker funktionierte sogar auch. Dann musste eine Dame meine Daten handschriftlich eintragen. Auch das wäre eigentlich meine Aufgabe gewesen. Das Papier nahm ich dann mit, damit es final beim Kreiswahlbüro landet. Sein Inhalt ist eigentlich nichts weiter, als dass ich existent bin, über 18, Deutscher und keinen amtlich bestellten Betreuer habe. Wenn Sie mich fragen: Eine E-Mail vom Wahlamt an das Meldeamt mit der lapidaren Frage »Ein Gerold aus Altwarp will als Landrat kandidieren. Ist der wählbar?« an das Meldeamt und eine Antwort-Mail »Ja« hätten gereicht. Noch schöner: das Wahlamt guckt selber in die Meldedaten, weil das alles vernetzt ist und der Gerold bei der Anmeldung der Kandidatur eine Dateneinverständniserklärung abgegeben hat. Am allerschönsten: ein gut programmierter Algorithmus in der Landkreissoftware mit rudimentären Anklängen an »Künstliche Intelligenz« prüft das alles automatisch, sobald der Vorgang mit einem Klick angelegt wurde – ohne dass ein Beamter noch was tun muss. Und diese Technik ist keine Zukunftsmusik! Glauben Sie mir: Das geht mit Digitalisierung 4.0 heute schon völlig problemlos. Man müsste es nur wollen!

Was sagt uns diese kleine Geschichte aus der Welt der Bürokratie? Meine Antwort: Behörden sind auch 2018 immer noch in erster Linie Bürokraten, die danach lechzen, die Bürger zu untertanentypischen Handlungen zu nötigen, wozu die »Arbeitsprozesse« entsprechend gestaltet werden. Endzweck des überflüssigen Theaters: Für die Beamtinnen geht die Arbeitsbeschaffung nicht zuende.

Ich hoffe, dass Ihnen jetzt einleuchtet, warum ich den Begriff »bürgernahe Verwaltung« für ausgemachten Blödsinn halte oder die Formulierung »Fachkräftemangel in der Verwaltung« für echten Irrsinn. Andererseits gibt es natürlich bürokratische »Serviceleistungen«, in denen wirklich erforderliche Plausibilitätsprüfungen wichtiger Sachverhalte gemacht werden. Aber warum wird die Bürokratie nur bürgernah, wenn der Gerichtsvollzieher kommt? Eine Beamtin mit Tablet, Smartphone oder Laptop fährt an einem Tag bei 20 Bürgern vorbei und kommt im Landkreis auf eine Rundtour von 200 km. Fahren die 20 Bürger jeweils 60 km, dann sind das 1.000 verschwendete Kilometer. Ich warte auf den Tag, an dem die GrünInnen unter den BehördenmitarbeiterInnen ausrechnen, wieviel CO2 mit mobilen Beamtinnen eingespart werden könnte. Aber denen ist ein Hintern im Warmen statt im Landkreis auf Achse zu sein natürlich lieber.

Am allerschönsten wäre es also, wenn Amtsraum, Amtshandlung und Amtsperson vollständig entkoppelt würden – und insbesondere die politischen Gebietskörperschaften von den bürokratischen Einheiten, damit die kommunale Selbstverwaltung erhalten bleiben kann. Mit den schon heute zur Verfügung stehenden IT-Techniken ist das problemlos möglich. Zu den Personalaufwendungen für die Dienstbezüge kommen nochmal in ziemlich genau derselben Höhe die Kosten für die behördlichen Gebäude dazu. Die Einsparungen wären immens.

Ja, liebe Vorpommern! Denkt einfach mal darüber nach, was Ihr Euch leisten wollt: saturierte Beamtinnen in alten Gemäuern, die zweimal im Jahr in Urlaub fahren und den Heizölhändler reich machen – und die in Vorpommern im Schnitt mehr verdienen als die Männer, die im Handwerk die Jobs machen, bei denen 95 % aller tödlichen Arbeitsunfälle passieren?

Oder wäre folgendes nicht viel schöner: ein neues Auto für die Feuerwehr, ein neues Gerätehaus, einen neuen Traktor für den Gemeindearbeiter, ein neues Festzelt für die Kirmes, eine neue, lärmgeminderte Deckschicht für die Ortsdurchfahrt, senioren- und behindertengerechte Umbauten im »Multiplen Haus«, eine neue Heizung für die Grundschule, die Totalsanierung der Kita-Toilette – oder ein Gehalt auf Beamtinnen-Niveau für die Kita-Tanten, die etwas mehr als Mindestlohn bekommen –, die Anschaffungskosten für den Rufbus, der nahezu Taxi-Service bieten kann, an die Telekom einen Eigenanteil für superschnelles Handynetz zahlen, einen Zuschuss für den Abriss eines alten Gemäuers, damit eine junge Familie ein lastenfreies Grundstück kaufen kann, ein paar lächerliche Euro Sitzungsgelder für den Gemeinderat, der erhalten bleiben kann …

Gemeindeleitbildgesetz stürzt Dörfer
ins rot-schwarze Zukunfts-Chaos

Die alte Landesregierung will mit dem »Gemeindeleitbildgesetz« zu Fusionen anregen. Gebracht hat das bisher nur nutzlose Konflikte

Das Gemeindeleitbildgesetz verspricht weder kurz- noch langfristig einen politischen oder gar wirtschaftlichen Nutzen. Welche Motive die Landesregierung 2011–16 dazu bewogen, diesen Spaltpilz in die Kommunalpolitik zu pflanzen, wird letztlich rätselhaft bleiben. Was ist nun passiert?

Die Ergebnisse dieser Selbsteinschätzung sind im Landkreis Vorpommern-Greifswald sehr unterschiedlich ausgefallen. Es gibt Gemeinden, die ihre Zukunftsfähigkeit überschätzen, aber auch solche, die sich künstlich kaputtrechnen. Wer gegebenenfalls mit wem fusioniert, wird von niemandem koordiniert oder wenigstens moderiert. Lediglich die Bürokratie darf sich in erheblichem Umfang mit sich selbst beschäftigen. Dabei gibt es mittlerweise Beamte, die das selbst kritisch sehen.

Jetzt werfen sich die ersten Gemeinden amtsfreien Städten mit guten Gewerbesteuereinnahmen an die Brust und wollen dafür ihr Amt verlassen. Das lässt dann die anderen Gemeinden im verarmenden Amt zurück. So werden die Bürger auseinanderdiviert. Ist das sozial, liebe Sozialdemokraten?

Nach 2021 wird eine Landesregierung über eine großangelegte Gemeindereform diskutieren müssen. Schade, dass jetzt die Gemeinden sich selbst überlassen werden, in Streit geraten, niemandem geholfen ist, die Diskussion eher verhärtet und wertvolle Zeit vergeudet wird.

Es sollte jetzt schon über eine Reform aus einem Guss diskutiert werden – zusammen mit den Bürgern. In einem landesweiten Bürgerentscheid sollte letztlich entschieden werden.

Um gleich konkret zu werden: Für mich läuft alles darauf hinaus, dass in Mecklenburg-Vorpommern die unterste kommunale Ebene irgendwann geographisch in etwa so groß sein wird, wie es die Altkreise bis zur Gebietsreform von 1994 waren. Demzufolge würden der »Kreis Pasewalk« oder Kreis Anklam, der Kreis Ueckermünde eine Gemeinde darstellen mit einer Verwaltung und einem Kommunalparlament.

Was wäre eine echte Föderalismusreform?

Die »Digitale Verwaltung« bietet die Chance: Organisieren wir Deutschland nach sozioökonnomischen Kritierien, aber nicht mehr rein geographisch

Diverse Kommissionen haben sich in der Vergangenheit daran versucht, das föderale Zusammenspiel der Behörden und Parlamente zu überarbeiten. In aller Regel ging es ums liebe Geld und dessen Verteilung. Um es kurz zu machen: Das ist alles gescheitert. Was will die traditionelle Politik? Sie will ein mehr oder weniger starres Schema, nach dem der Geldsegen von oben nach unten aufgeteilt wird bzw. nach denen festgelegt ist, wer auf welcher Ebene welche Steuer einnehmen darf. Dieses System ist primär an Gebietskörperschaften orientiert. Die haben sich aber seit dem 2. Weltkrieg eher auseinander entwickelt haben, als sich anzugleichen. Die Wiedervereinigung hat einen ganzen Landesteil geschaffen, in dem die obersten Ebenen der Wirtschaft – die Vorstände von DAX-Unternehmen, nicht vorhanden sind. Ebenso fehlen die Top-Entwicklungsabteilungen der deutschen Exportwirtschaft. Ein als dauerhaft anzusehendes Gefälle entstand und hat durch Wegzug von Leistungsträgern wie vor dem Mauerbau die ostdeutschen Länder degradiert. Gleichzeitig entstehen im Zuge der »ethnischen Umgestaltung« Deutschlands im Westen Slum-Areas, die noch weit hinter Ost-Deutschland zurückgefallen sind. Und die überzeugten EU-Politiker wollen die vom Westen zu finanzierende Solidargemeinschaft auch noch auf die abgehängten Südländer der EU mittels einer Transferunsion ausweiten – was dort aber eigentlich nur für bestimmte Regionen notwendig wäre. Die Regularien für diverse »Finanzausgleiche« werden immer komplizierter und sind für die allermeisten Politiker nicht mehr nachvollziehbar. Leistungssteigerung durch Komplexitätssteigerung ist an die natürliche Grenze des intellektuell Leistbaren angelangt. So geht es nicht weiter! Die richtige Verteilung von Steuergeld in Deutschland orientiert an räumlich-organisatorischen Einheiten funktioniert nicht mehr.

Als Alternative bietet sich an, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen. Mit »Digitalisierung« ist in diesem Zusammenhang »Big Data« gemeint. Eigentlich wissen wir in Deutschland datentechnisch alles voneinander. Technisch steht also einer Organisation von Regionen nach übereinstimmenden sozio-ökonomischen und sozio-kulturellen Kriterien nichts mehr im Wege. Das was bisher noch »Landkreis Vorpommern-Greifswald« genannt wird, müsste eigentlich ein rein organisatorischer Zusammenschluss beispielsweise von Vorpommern-Rügen, Vorpommern-Greifswald, Seenplatte, Brandenburgs, Sachsen-Anhalts, Nord-Hessens, Thüringens, Brandenburgs und des bayerischen Waldes sein. Diese Regionen müssten digital vernetzt werden und mit einer Stimme gegenüber dem Bund sprechen. In ähnlicher Weise würden das Hochsauerland, die Region Wolfsburg, die Schwäbische Alb und die Region Ingolstadt/Dingolfing mit einer Stimme sprechen. Die Metropolen müssten sich eher nach ihren Bezirken organisieren, weil Elb-Chaussee und Frankfurter Bankenviertel etwas völlig anderes sind als Migrantenbezirke in Hamburg, Berlin, Frankfurt/Main mit 60 % Hartz-IV-Empfängern.

Die Bundesländer würden entfallen. Wenn schon die Metropolen-Bürgermeister und -Senate den Zerfall ihrer Städte nicht aufhalten können und in Mecklenburg-Vorpommern der Streit zwischen den beiden Landesteilen nie enden wird, welche Leistungsfähigkeit haben diese politischen Einheiten dann? Ein millionenschweres Programm für Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern zum Thema »Verlängerung der Wertschöpfungskette« ist nichts, was für unser Bundesland spezifisch wäre. Derweil haben die Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern kein Geld für Straßenreparaturen, und bald ist diese Infrastruktur auf Ost-Ural-Niveau. Hier erfinden die Bundesländer 16-mal das Rad neu. Erinnert sei daran, dass sich in den Nuller-Jahren 18 Bürokratien: 16 Bundesländer, das Bundesbildungsministerium und die »Kultusministerkonferenz« (mit eigenen Beamten) rund ein Jahrzehnt lang mit einer Rechtschreibreform beschäftigten. Wann bekommen wir Politiker, die so kreativ sind, sich ein Deutschland ohne solchen Irrsinn vorstellen zu können? Mein Vorschlag: Bald wird jeder Standard-PC über so viel »Künstliche Intelligenz« verfügen, dass bürokratische Prozesse leichter und schneller ohne menschlichen Einfluss organisiert werden können. In welchem Zustand sich die Infrastruktur eines Landesteils befindet, das weiß Google jetzt schon anhand von Satellitenfotos und dem Profil der Datenströme (gleich Verkehrsströme etc.) in einer Gegend. Wer welchen Anteil an der Staatsknete objektiv braucht das sollte baldmöglichst mit Computerhilfe ausgerechnet werden – und fertig!

Die Kommunalpolitik muss von dem leidigen Gezerre ums liebe Geld vollständig entlastet werden. Sie muss sich darauf konzentrieren, die soziokulturellen Gegebenheiten der Regionen so zu organisieren, dass uns größere Auseinandersetzungen im Rahmen von Parallel- oder besser: Gegen-Gesellschaften erspart bleiben. Was an Geld kommt, kann ausgegeben werden, aber nicht mehr. Die Software wird Vorschläge unterbreiten, der Gemeinderat schaut es sich an und entscheidet. Und darf im übrigen über Bebauungspläne entscheiden, in denen zukünftig im Zweifel eher mehr als heute festgelegt werden darf.